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Paraguay: paradiesische Schönheit und drängende Probleme

Die Republik Paraguay liegt im Herzen Südamerikas und grenzt im Norden an Bolivien, im Osten an Brasilien, im Süden und Westen an Argentinien. Die Staatsfläche umfasst 406 752 qkm. Die Hauptstadt Paraguays ist Asunción.

 

Der Name des Staates bedeutet „Wasser, das zum Wasser geht“, abgeleitet von der Sprache der Ureinwohner. Der Río Paraguay durchfließt das Land von Norden nach Süden und gliedert es in zwei sehr unterschiedliche Teile. Während sich im Westen die sehr dünn besiedelte, trockene und heiße Savannenlandschaft des Gran Chaco erstreckt, befinden sich im Osten des Landes wasserreiche Grasländer und Feuchtwälder. Dort leben etwa 98 Prozent der Bevölkerung. Trotz fortschreitender Vernichtung der Wälder finden sich im Osten finden noch Restbestände an Regenwald. Die Tierwelt ist ausgesprochen artenreich.

 

Die Einwohnerzahl Paraguays beträgt etwa 6,5 Millionen. 58 Prozent der Bevölkerung lebt in Städten. Die größte Stadt ist die Landeshauptstadt Asunción mit rund 1 Million Einwohnern. Circa 90 Prozent der Paraguayer sind Mestizen, 3 Prozent Guaraní, 2 Prozent Weiße, 1 Prozent Asiaten. Amtssprachen sind Spanisch und Guaraní.


Nach der Verfassung von 1992 ist Paraguay eine präsidiale Republik. Der auf fünf Jahre direkt gewählte Präsident, seit 2008 Fernando Lugo, ist zugleich Staatsoberhaupt, Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Die Legislative liegt beim Kongress, der aus zwei Kammern besteht: dem Senat und dem Abgeordnetenhaus.

 

Wichtigster Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft, rund 40 Prozent der Bevölkerung arbeitet im Agrarsektor. Angebaut werden u.a. Baumwolle, Zuckerrohr, Sojabohnen, Getreide, Tabak, Obst und Gemüse. Großgrundbesitz prägt die Besitzstruktur, etwa 80 Prozent der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen gehören 2 Prozent der Bevölkerung. In den letzten Jahren wuchsen Industrie und der Dienstleistungssektor auf niedrigem Niveau.

 

Trotz der reichen natürlichen Ressourcen ist Paraguay eines der ärmsten Länder in Lateinamerika. Knapp die Hälfte der Paraguayer lebt unter der internationalen Armutsgrenze, ein Viertel sogar in "absoluter Armut". Eines der  drängendsten Problemen ist die Gesundheitsversorgung. Die Kindersterblichkeit liegt mit 25 bis 30 Todesfällen pro 1000 Lebendgeburten an zweiter Stelle in Lateinamerika. Paraguay gehört zu den gesamtamerikanischen Ländern, die mit 31 US-Dollar (etwa 20 Euro) pro Person am wenigsten für den Gesundheitssektor ausgeben. Für 10 000 Patienten gibt es im Schnitt vier Ärzte. Für 1000 Bürger steht ein Krankenhausbett zur Verfügung.

 

Zwar werden in Paraguay faktisch alle Kinder eingeschult, aber viele besuchen die Schule nur für wenige Jahre, die nicht genügen, um eine bleibende Schreib- und Lesefähigkeit zu erhalten. So erreichen im Durchschnitt nur etwa 72 Prozent der eingeschulten Kinder die 5. Klasse, und die nachfolgende Sekundarstufe wird nur von etwa 46 Prozent der Jahrgangsgruppen besucht.